Zweiter Engagementbericht übergeben

Am 4. Mai 2016 wurde dem Bundesfamilienministerium der Zweite Engagementbericht von dem Vorsitzenden der Zweiten Engagementberichtskommission, Prof. Dr. Thomas Klie, und seinem Stellvertreter, Prof. Dr. Michael Hüther, überreicht. Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek nahm ihn dankend entgegen: „Ich freue mich, dass eine so hervorragende und interdisziplinär besetzte Sachverständigenkommission den Zweiten Engagementbericht erarbeitet hat.

Übergabe Zweiten Engagementbericht
Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek (Mitte) nimmt den Zweiten Engagementbericht von Prof. Dr. Thomas Klie (links) und Prof. Dr. Michael Hüther entgegen.

Eine gute Wissensgrundlage über Engagement und wissenschaftlich fundierte Empfehlungen sind für die Ausrichtung unserer Engagementpolitik unerlässlich. Wir erhoffen uns durch die Handlungsempfehlungen der Engagementberichtskommission neue Impulse für unsere Politik und die Umsetzung unserer Engagementstrategie.“
Der Zweite Engagementbericht wird mit der Stellungnahme der Bundesregierung voraussichtlich im Oktober 2016 dem Bundeskabinett vorgelegt, danach dem Deutschen Bundestag übergeben und anschließend als Bundestagsdrucksache veröffentlicht.

Die Bundesregierung ist durch Bundestagsbeschluss vom 19. März 2009 aufgefordert, in jeder Legislaturperiode einen wissenschaftlichen Bericht einer unabhängigen Sachverständigenkommission mit Stellungnahme der Bundesregierung vorzulegen, der auf einen Schwerpunkt konzentriert die Entwicklung des Engagements in Deutschland darstellt. Der Zweite Engagementbericht hat den Schwerpunkt „Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement: Der Beitrag des Engagements zur lokalen Entwicklung“. Neben einer allgemeinen Bestandsaufnahme zur Situation des Engagements in Deutschland und zu ausgewählten engagementrelevanten Themen und Debatten (wie zum Beispiel Geflüchtete Menschen und Migration; Monetarisierung; Bildung; Politische Partizipation; Daseinsvorsorge; Soziale Unternehmen und Genossenschaften) zeigt er auf, welchen Beitrag Engagement zur Bewältigung des demografischen Wandels leistet und wie das Engagement vor Ort gestärkt werden kann. Der Bericht gibt konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik und die Akteure der Zivilgesellschaft.

 


 

Zweiter Engagementbericht der Bundesregierung

Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement:
Der Beitrag des Engagements zur lokalen Entwicklung

Bürgerschaftliches Engagement spielt bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und Probleme eine wichtige Rolle. Die freiwillige Mitarbeit von Bürgerinnen und Bürgern bei der nachhaltigen Gestaltung des demografischen Wandels wird zunehmend als essenzielle Ressource betrachtet. Der Hintergrund: Die Gesellschaftsstruktur der Bundesrepublik Deutschland wird sich in den kommenden Jahrzehnten erheblich verändern und besonders die Sozialpolitik vor neue Aufgaben stellen. Der demografische Wandel bewirkt, dass gesellschaftliche und wirtschaftliche Aufgaben zukünftig von weniger und im Durchschnitt älteren Menschen bewältigt werden müssen. Freiwillig übernommene Mitverantwortung sorgt für individuelle Teilhabe, Partizipation, gesellschaftliche Integration, wirtschaftliches Wachstum und stabile demokratische Strukturen. Das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern in einer pluralen, ausdifferenzierten Gesellschaft übernimmt damit eine tragende Funktion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gruppenbild Sachverständigenkommission
Staatssekretär Lutz Stroppe vom BMFSFJ (4. von links) mit einigen Mitgliedern der Sachverständigenkommission: Prof. Dr. Michael Hüther (Stellvertretender Vorsitzender), Prof. Dr. Doris Rosenkranz, Prof. Dr. Adalbert Evers, Prof. Dr. Thomas Klie (Vorsitzender), Prof. Dr. Daniela Birkenfeld (von links). Nicht abgebildet sind hier die weiteren Mitglieder der Sachverständigenkommission: Prof. Dr. Peter Dehne, Prof. Dr. Brigitte Geißel, Prof. Dr. Renate Köcher, Prof. Dr. Tilman Mayer sowie Prof. Dr. Martina Wegner.

Die Bundesregierung ist durch Beschluss des Deutschen Bundestages vom 19. März 2009 aufgefordert, in jeder Legislaturperiode einen wissenschaftlichen Bericht vorzulegen, der von einer unabhängigen Sachverständigenkommission im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erstellt wird. Der Bericht soll den politischen Diskurs über aktuelle Entwicklungen und innovative Ansätze zum bürgerschaftlichen Engagement anregen und der Bundesregierung sowie weiteren Akteuren Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Engagementpolitik geben.

Der Erste Engagementbericht der Bundesregierung, der in der 17. Legislaturperiode vorgelegt wurde und den Titel „Für eine Kultur der Mitverantwortung“ trägt, behandelt das Schwerpunktthema „Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen“. Der Schwerpunkt des Zweiten Engagementberichts, der in der 18. Legislaturperiode vorgelegt werden wird, widmet sich dem Thema „Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement: Der Beitrag des Engagements zur lokalen Entwicklung“. Die konstituierende Sitzung der von Bundesministerin Dr. Kristina Schröder (CDU) berufenen Sachverständigenkommission fand am 28. Juni 2013 in Berlin statt.

Der Zweite Engagementbericht soll zeigen, welchen Beitrag freiwilliges und bürgerschaftliches Engagement zur Bewältigung des demografischen Wandels leistet und wie es auf kommunaler Ebene gestärkt und gefördert werden kann, ohne dabei als „Lückenbüßer“ leerer öffentlicher Kassen instrumentalisiert zu werden. Im Fokus des Erkenntnisinteresses steht die Frage, welche Impulse bürgerschaftliches Engagement für ein gedeihliches Miteinander und Zusammenleben in der Kommune geben kann und welche Bedingungen notwendig sind, damit dies gelingen kann.

Hauptanliegen der Kommissionsarbeit für den Zweiten Engagementbericht ist es, gesellschaftlich und wissenschaftlich virulente Diskurse sowie inhaltliche und praktische engagementrelevante Arbeiten maßgeblicher Akteure und Netzwerke zu berücksichtigen.

Der Zweite Engagementbericht soll Ende April 2016 dem BMFSFJ und – ergänzt um eine Stellungnahme der Bundesregierung – dem Deutschen Bundestag übergeben werden.